Portugals Windverhältnisse, vorherrschende Nordwinde also
Rückenwind für uns
J
und die praktisch 180 Grad nach Süden verlaufende Küste bieten uns das
geeignete Testgebiet für unseren Parasailor. Das Segel haben wir uns als
Supplement zur letzten Weihnacht geschenkt – wohl vom Hersteller und Usern sehr
angepriesen und gerühmt – zeigt sich doch erst jetzt, ob sich die Auslage nun
auch wirklich für uns und unser Schiff gelohnt hat. Und ob!
Die Sommertage beginnen hier mit einem lauen Nordhüchli von
2 Bft. Der Wind nimmt gegen Mittag zu und erlangt gegen Abend seine
Maximalstärke, bisher für uns erlebte 7 Bft (32 kn / 58 kmh).
Der Atlantik bringt alte Wellen von weit draussen daher – Überbleibsel
von Tiefdruckgebieten und Stürmen irgendwo da im Westen. Ungebremst rollen sie
über den Atlantik daher und kommen dann irgendwann, zwar mit stark reduzierter
Gewalt aber dennoch mit enormer Kraft an
der Küste von Portugal an, zerschlagen sich an den Felsen oder verlieren sich
im langen Sandstrand.
Zusätzlich baut der aktuelle Wind neue Wellen auf (hier also
meistens von Norden) die sich dann mit den von Westen anrollenden Altwellen des
Atlantiks kreuzen. Dies gibt eine
ziemlich wackelige Sache, welche das Schiff in etwa von hinten rechts nach
vorne links schaukeln lassen, in den Wellentälern jeweils etwas abbremsen, um
es dann wieder mit neuer Welle und Schwung zu beschleunigen.
Mit gutem Wind, also genügend Zugkraft erreicht das
Segelschiff die notwendig Geschwindigkeit, um sich die Wellenhügel hinauf zu
hieven, ins Tal hinunter zu beschleunigen und ohne einzustecken wieder aufwärts
zu laufen – aber eben, morgens ist hier eher Leichtwind angesagt = wenig
Zugkraft. Mit den üblichen Segeln (Gross, Trinquette und Yankee) bedeutete
dieser Kurs bisher für uns und Safari Njema ein mühsames Gniegg, heisst wenig
Vorwärtsbewegung, knallende Segeln im Wellental, rollende Schiffsbewegungen die
Gerda so gaaar nicht mag.
Safari Njema, an sich
kein Leichtgewicht und voll beladen mit feinen Leckereien und unserem ganzen
Langfahrtskarsumpel braucht für diese Segelverhältnisse wirklich Zugkraft. Und
genau diese erreichen wir mit unserem Vorwindsegel Parasailor mit seinen 105 m2!
Bereits ab 8 kn/15 kmh Wind erreichen wir angenehme 3 – 4 kn
Fahrt, durch welche sich das Geschaukel reduziert und viel angenehmer anfühlt.
Bisher mussten wir bei solchem Schwachwind einfach motoren, um überhaupt
irgendwo hin zu kommen. Mit zunehmendem
Wind beginnt nun auch die Rauschefahrt und Safari Njema liegt gut in der Welle
und zischt fleissig mit bis zu 8 kn Fahrt durch die Wellen.
Sehr wichtig für uns ist auch die viel einfachere und sicherere
Bedienung des Parasailors im Vergleich zu unserem bisherigen Spinnaker. Ohne
Baum gefahren, nur mit Leinen geführt, kann Gerda im Cockpit die Steuerung und
die Leinenführung übernehmen, währenddessen Sven auf dem Vorschiff den
Easysnuffler (die Socke, die über das Segel gezogen wird, um es zu versorgen) bedient, was
auch bei diesem Segel Kraft, mit zunehmendem Wind umso mehr, beansprucht.
Deshalb nehmen wir den Parasailor auch bei erreichten 5 bft. Wind herunter und
setzen das nächst kleinere Vorwindsegel, also den Yankee.
Ganz wichtig: keine
Angst mehr, dass Sven während des Setzens, Bergens oder Schiften des Segels vom
Spi-Baum erschlagen werden könnte!!! Schiften gibt’s mit dem Parasailor eigentlich
sowieso nicht mehr, einfach an paar Leinen ziehen und die (unbeabsichtigte?)
Halse ist korrigiert.
All diese Vorteile tragen mächtig zur entspannten Stimmung auf der
Safari Njema bei!
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Safari Njema von Billy Ruff'n aus gesichtet
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Der Parasailor zieht auch Neugierige an und veranlasste eine
amerikanische Segelyacht (mit Motorkraft unterwegs da eben ungünstig Verhältnisse für die normale
Segelführung) uns näher zu beobachten und unser Wundersegel zu fotografieren.
Scott und Svea haben uns dann im nächsten Hafen die Fotos zur Verfügung
gestellt – Many Thanks!