Sonntag, 12. April 2015

Samstag 11. April 2015, 22.45 Uhr, – Jacques Cousteau Marine Nationalpark, Guadeloupe


Nach sechs Tagen in der Marina hängen wir wieder am Anker an der Westküste Guadeloupes. Es zischt und huuuht laut in den Wanten und knarrt in der Ankerkette; und unser Windpropeller läuft auf hohen Touren und produziert zünftig Strom – wir haben in den Böen rund 50 km/h Wind. Alles andere als eine lauschige Ankernacht trotz klarem Sternenhimmel, der uns einmal mehr scheint.



Hier sind die Schildkröten wieder zuhause. Beim heutigen Schnorchelschwumm und der üblichen Ankerhalt Kontrolle haben wir auf die Schnelle gerade 5 Schildkröten gesehen, eine mit grossem Putzfisch im Schlepptau. Morgen wollen wir auf der Pigeon Island, knapp 1km entfernt tauchen gehen. Wir haben uns für zwei Tauchgänge angemeldet, denn hier soll es besonders schön sein, wo doch der Marine Nationalpark von Jacques Cousteau, dem Meeresforscher, Film- und Tauchpionier vor mehr als 50 Jahren gegründet wurde und sich hier entsprechend eine grosse Vielfalt von Korallen und Meeresgetier angesiedelt haben soll. Wir freuen uns auf spannende Eindrücke.


Überhaupt haben wir Guadeloupe während den letzten paar Tagen sehr genossen. Zuerst noch auf den kleinen vorgelagerten Inseln Les Saintes, welche immer noch viel bretonisches Flair zeigen und wir einmal mehr bekannte Segler antrafen. Man trifft sich immer mal wieder – ehemalige Nachbarn von den Häfen in Spanien, Gomera oder Kap Verden. Alle sind sie inzwischen auch gut über den Atlantik gekommen und geniessen hier wie wir die unzähligen schönen Inseln.

7 Inseln umfasst der kleine Archipel von Les Saintes

 

la plage des pompières
Die Überfahrt von Les Saintes nach Guadeloupe am Ostersonntag war ruhig und schwachwindig. Nach kräftigem Regenguss und Waschküchenstimmung am Morgen, hellte es auf und Safari Njema rauschte leichthin durch das flache Wasser unter vollen Segeln, was hier bei diesen starken Winden eher selten vorkommt.
Blick zurück von Guadeloupe auf Les Saintes
Am Südzipfel von Guadeloupes Westteil legen wir in der kleinen Marina an und können seit längerem wieder einmal unsere Velos auspacken. Wie stets ist es ein Genuss, wieder mal auf dem Radl zu sitzen, den Fahrtwind in Gesicht und Haar – Freiheit pur! Einmal zum Leuchtturm und zurück, einmal auf dem Quai in die Hauptstadt Basse-Terre hinein, die allerdings über Ostern sehr verschlafen und ausgestorben wirkt und eine Shoppingtour um Safari Njemas Bauch mit Vorräten zu füllen. Noch immer zählen wir das Fahrrad zu dem tollsten Fortbewegungsmittel am Land!


Doch Guadeloupes Westteil ist nun mal sehr hügelig und die Ausgangspunkte unserer geplanten Wanderungen ziemlich weit oben im Dschungel in den Nationalparks und abgelegen von jeder Bushaltestelle. Deshalb mieten wir für drei Tage einen gutgebrauchten Citroen C3 und geniessen die praktische Freiheit, welche ein eigenes Auto bietet: schnell über die beiden Inselteile düsen und für Sehenswürdigkeiten kurz aussteigen, im Trockenen sitzen bei Wolkenbrüchen, trockene Ersatzkleider im Kofferraum horten können, in der Abenddämmerung mit offenen Fenstern und Abblendlicht langsam durch den Regenwald gutschieren und den vielen wunderbaren Lauten des Dschungels lauschen, nach anstrengender Vulkantour kurz zum nächsten Wasserfall fräsen und ein kühlendes Süsswasserbad geniessen und pflotschnass und unterkühlt ins Auto sitzen und die Heizung auf Volldampf drehen – wenn es draussen doch nur noch 23 Grad ist!


Also verbrachten wir unseren 10. Hochzeitstag im Dschungel und auf dem Vulkan Soufrière (mit 1469 müM dem höchsten Punkt der Karibik), an Wasserfällen und in Bergbächen - wandernd, kletternd, schwimmend, watend, sumpftretend und alles immer im lushy green. Einfach wunderbar auch wenn wir ziemlich viel Regen abbekommen haben. Die feuchte Atlantikluft wird am Westteil Guadeloupes an die Berge gepresst, kühlt sich durch den Anstieg am Berg ab, kondensiert und macht den Wald mit viel Regen zum Regenwald. Sonnenschein, Regen und Nebelschwaden lösen sich hier innert Minuten ab.
Plage St. Anne
in Point ä Pitre


und wieder ein Vulkangipfel im Nebelregen - la Soufrière
Nur teilweise sind die Wanderwege so bequem ausgebaut und führen zu den Sehenswürdigkeiten ...
Weil der Wasserfall schon vom Meer aus sichtbar ist, wählte Kolumbus damals diesen Küstenabschnitt für seinen ersten Landfall auf Guadeloupe aus, doch ein langer Anstieg stand bevor, um an das gute Frischwasser zu gelangen.













Donnerstag, 2. April 2015

Schoggihasi am Strand

Wir wünschen Euch allen frohe Ostern!

Mittwoch, 1. April 2015

Martinique Saint Pierre - Mont Pelée - Segeln nach Dominica - Roseau & Nationalpark Trois Pitons

So viele Regenbogen wie hier in der Karibik haben wir noch nie gesehen!
und immer kreisen die Fregatt Vögel
Vorbereiten des Ankermanövers



Zu Fusse des Vulkans Pelée liegt St. Pierre einst das "Paris der Antillen"  – unser letzter Halt auf dieser tollen Insel. Von hier aus wollten wir  den höchsten Punkt von Martinique erklimmen – le Mont Pelée auf 1397 müM.









Heute ist St. Pierre ein verschlafenes kleines Städtchen. Es hat sich wohl nie von der Katastrophe 1902 erholt, als durch den Ausbruch des Pelées 30 000 Menschen ums Leben kamen und die schöne damals moderne Stadt und alle im Hafen liegenden Schiffe zerstörte. Nur eine Person, der Häftling im Kerker, überlebte und wurde nach drei Tagen mit schweren Verbrennungen gefunden.


Wenn die Wolken sich lichten bleibt die grandiose Fernsicht


Eine lange Wanderung mit teilweise Kletterpartien drin eröffnet uns tolle Aussichten über Martinique, allerdings stehen wir auf dem Dom im Regen und Nebel, denn hier bleiben alle vorüberziehenden Wolken hängen und man muss schon ziemlich Glück haben, ein Gipfelfoto im Sonnenschein knipsen zu können.


auf dem Dome Chinois
mystische Nebelwelten



Umso mehr geniessen wir, mit müden Beinen zurückgekehrt, den fantastischen Ausblick vom Ankerplatz auf den Pelée, wenn er sich zwischendurch für kurze Momente im Sonnenlicht zeigte.

 

Nun verlassen wir endgültig Martinique und segeln in Rauschefahrt nach Dominica:






Kolumbus benannte die Insel so, nachdem er an einem Sonntag hier landete. Er würde sie wahrscheinlich, im Gegensatz zu den anderen karibischen Inseln, auch heute noch wieder erkennen. Dominica ist sehr naturbelassen, wenig besiedelt und landwirtschaftlich kaum genutzt, überwachsen mit wucherndem Grün wo man hinsieht. Ein grosser Teil der Insel ist Nationalpark und lädt zu schönen Wanderungen ein.


Auch wir landen am Wochenende hier in der Hauptstadt Roseau, mieten eine Boje, da der Meeresgrund stark abfallend ist. Roseau nehmen wir eher als verschlafenes Nest, den als pulsierende Metropole wahr. Sonntags ist hier noch Sonntag, alle Geschäfte geschlossen, Türen verriegelt, kaum jemand auf der Strasse, aber die Häuser bunt und die wenigen Leute, denen wir vorerst begegnen sind alle sehr freundlich. Der Lebensstandard ist hier wieder deutlich tiefer im Vergleich zur Nachbarsinsel Martinique.






Bald zieht es auch uns in die hohen Hügel hinauf, in das scheinbar undurchdringbare Dschungelgrün und wir geniessen die Stille und begegnen den ganzen Tag lang keiner Menschenseele bis wir wieder zurück ins Dorf zur Bushaltestelle kehren. Wunderbar!

am Kratersee Boeri Lake

es kreucht und fleucht im grünen Wald ...
Canon Ball Tree



Hört Euch diese Vogelstimme an: